Marina Abramović im Gropius Bau: Ritual, Körper und kulturelles Gedächtnis im Fokus

16. April 2026

Die Ausstellung „Marina Abramović: Balkan Erotic Epic. The Exhibition“ ist vom 15. April bis 23.

August 2026 im Berliner Gropius Bau zu sehen. Die Living Bauhaus Kunststiftung SbR mit Sitz auf Schloss Bärenklau in Brandenburg begleitet die Schau mit besonderem Interesse. Für Maik Uwe Hinkel, Stifter und Vorstandsvorsitzender der Stiftung, steht die Ausstellung exemplarisch für eine Gegenwartskunst, die den Körper, das kulturelle Gedächtnis und die symbolische Kraft von Ritualen in den Mittelpunkt rückt.

Marina Abramović greift in „Balkan Erotic Epic“ zentrale Themen ihres künstlerischen Schaffens auf. Die Ausstellung verbindet filmische und skulpturale Installationen mit Live-Performances und entwickelt daraus eine dichte, raumgreifende Erzählung. Im Fokus stehen dabei Rituale, Erotik, Tod und der Körper als Ort politischen Widerstands, ausgehend von der Folklore des Balkans.

Die kuratorische Gestaltung der Ausstellung ist besonders bemerkenswert: Über zehn Räume hinweg sowie im Lichthof und im Restaurant Beba ist die Präsentation installiert. Der Gropius Bau bezeichnet das Projekt als eines der ambitioniertesten von Abramović. Diese räumliche und inhaltliche Verdichtung macht die Ausstellung zu einem relevanten Bezugspunkt im aktuellen Kunstdiskurs.

Maik Uwe Hinkel sieht in der Ausstellung einen starken Impuls für die Auseinandersetzung mit Kunst als kultureller, körperlicher und gesellschaftlicher Erfahrung. Abramović verbindet archaische Bildwelten mit zeitgenössischer künstlerischer Präzision und schafft damit ein Format, das über klassische Werkpräsentationen hinausgeht. Die Schau zeigt eindrucksvoll, wie Gegenwartskunst Fragen von Identität, Erinnerung und symbolischer Ordnung neu interpretieren kann.